24. Türchen GEWINNSPIEL !!!


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 24. Dezember! und leider schon letztem Türchen!!!
Heute öffnet sich das 24. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.

Ein letztes Mal möchte ich euch mein Buch "Zwischen Herz und Ebenholz" ans Herz legen.

Weil Weihnachten ist und unser 24. Türchen sich geöffnet hat, gibt es heute noch ein aller letztes Gewinnspiel!
Und zwar könnt ihr gewinnen ...



Zwischen Schnee und Ebenholz
  • 4x das Ebook "Zwischen Schnee und Ebenholz" im Wunschformat!
  • 4x das signierte Goddie-Pakt

(verschickt wird nur innerhalb von Deutschland!)






Alles, was ihr dafür tun müsst, ist mir einen Kommentar hier oder auf meiner Facebookseite zu hinterlassen, 
welches Buch 2014 euer Favorit geworden ist!

Das Gewinnspiel läuft von heute, dem 24.12.14 - 10.01.15
Somit sollte genügend Zeit über die Feiertage bleiben, um mir einen Kommentar zu hinterlassen.
Ausgelost wird am Sonntag, 11.01.15



So ihr Lieben, ich wünsche euch wunderschöne Weihnachten, erholsame Feiertage und schon einmal vorab einen guten RUTSCH ins neue Jahr 2015!

Ich hoffe, dass euch meine Adventskalender-Aktion ein wenig Spaß gemacht hat :)

Lg
Ann-Kathrin

23. Türchen


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 23. Dezember!.
Heute öffnet sich das 23. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.

Ein letztes Mal stelle ich euch meine liebsten Zitate aus meinem Buch vor und ich hoffe sehr, dass sie euch auch diesmal wieder gefallen!


„Wie von selbst ließ sie die wunderschöne Rose in den Schnee fallen. Benommen betrachtete sie ihre Finger, aus dem Blut tropfte.
Drei dicke rote Tropfen fielen in den weißen Schnee und bildeten einen wunderschönen und gleichzeitig grausamen Kontrast.“

"Die Mutter führte sie noch tiefer in den Wald hinein, wo sie ihr Lebtag nicht gewesen waren."
»Hänsel und Gretel«, Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm

"Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker, der hatte nichts zu beißen und zu brechen, und kaum das tägliche Brot für seine Frau und seine zwei Kinder; Hänsel und Grethel."
»Hänsel und Grethel«, Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm

"Mein Vöglein mit dem Ringlein rot singt Leide, Leide, Leide."

»Jorinde und Joringel«, Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm


Morgen haben wir Heilig Abend und mein GEWINNSPIEL beginnt!
Bis morgen zum letzten Adventskalendertürchen!

Lg
Ann-Kathrin

22. Türchen


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 22. Dezember!.
Heute öffnet sich das 22. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.

Heute stelle ich euch das Märchen Jorinde und Joringel vor. Sowohl das Märchen selbst wie auch Elemente daraus tauchen auch in meinem Buch "Zwischen Schnee und Ebenholz" auf!



Es war einmal ...
ein altes Schloss mitten in einem großen dicken Wald, darinnen wohnte eine alte Frau ganz allein, das war eine Erzzauberin. Am Tage machte sie sich zur Katze oder zur Nachteule, des Abends aber wurde sie wieder ordentlich wie ein Mensch gestaltet. Sie konnte das Wild und die Vögel herbeilocken, und dann schlachtete sie, kochte und briet es. Wenn jemand auf hundert Schritte dem Schloss nahe kam, so musste er stillestehen und konnte sich nicht von der Stelle bewegen, bis sie ihn lossprach; wenn aber eine keusche Jungfrau in diesen Kreis kam, so verwandelte sie dieselbe in einen Vogel und sperrte sie dann in einen Korb ein und trug den Korb in eine Kammer des Schlosses. Sie hatte wohl siebentausend solcher Körbe mit so raren Vögeln im Schlosse. 

Nun war einmal eine Jungfrau, die hieß Jorinde; sie war schöner als alle andere Mädchen. Die und dann ein gar schöner Jüngling namens Joringel hatten sich zusammen versprochen. Sie waren in den Brauttagen, und sie hatten ihr größtes Vergnügen eins am andern. Damit sie nun einsmalen vertraut zusammen reden könnten, gingen sie in den Wald spazieren. 
"Hüte dich," sagte Joringel, "dass du nicht so nahe ans Schloss kommst." Es war ein schöner Abend, die Sonne schien zwischen den Stämmen der Bäume hell ins dunkle Grün des Waldes, und die Turteltaube sang kläglich auf den alten Maibuchen.

Jorinde weinte zuweilen, setzte sich hin im Sonnenschein und klagte:  Joringel klagte auch. Sie waren so bestürzt, als wenn sie hätten sterben sollen; sie sahen sich um, waren irre und wussten nicht, wohin sie nach Hause gehen sollten. Noch halb stand die Sonne über dem Berg, und halb war sie unter. Joringel sah durchs Gebüsch und sah die alte Mauer des Schlosses nah bei sich; er erschrak und wurde todbang. Jorinde sang:

"Mein Vöglein mit dem Ringlein rot
singt Leide, Leide, Leide:
es singt dem Täubelein seinen Tod,
singt Leide, Lei - zicküth, zicküth, zicküth. "


Joringel sah nach Jorinde. Jorinde war in eine Nachtigall verwandelt, die sang zicküth, zicküth. Eine Nachteule mit glühenden Augen flog dreimal um sie herum und schrie dreimal schu, hu, hu, hu. Joringel konnte sich nicht regen.- er stand da wie ein Stein, konnte nicht weinen, nicht reden, nicht Hand noch Fuß regen. Nun war die Sonne unter; die Eule flog in einen Strauch, und gleich darauf kam eine alte krumme Frau aus diesem hervor, gelb und mager: große rote Augen, krumme Nase, die mit der Spitze ans Kinn reichte. Sie murmelte, fing die Nachtigall und trug sie auf der Hand fort. Joringel konnte nichts sagen, nicht von der Stelle kommen; die Nachtigall war fort. Endlich kam das Weib wieder und sagte mit dumpfer Stimme: 
"Grüß dich, Zachiel, wenn's Möndel ins Körbel scheint, bind lose Zachiel, zu guter Stund." Da wurde Joringel los. Er fiel vor dem Weib auf die Knie und bat, sie möchte ihm seine Jorinde wiedergeben, aber sie sagte, er sollte sie nie wiederhaben, und ging fort. Er rief, er weinte, er jammerte, aber alles umsonst. 
"Uu, was soll mir geschehen?" Joringel ging fort und kam endlich in ein fremdes Dorf; da hütete er die Schafe lange Zeit. Oft ging er rund um das Schloss herum, aber nicht zu nahe dabei. Endlich träumte er einmal des Nachts, er fände eine blutrote Blume, in deren Mitte eine schöne große Perle war. Die Blume brach er ab, ging damit zum Schlosse: alles, was er mit der Blume berührte, ward von der Zauberei frei; auch träumte er, er hätte seine Jorinde dadurch wiederbekommen. Des Morgens, als er erwachte, fing er an, durch Berg und Tal zu suchen, ob er eine solche Blume fände; er suchte bis an den neunten Tag, da fand er die blutrote Blume am Morgen früh. In der Mitte war ein großer Tautropfe, so großwie die schönste Perle. Diese Blume trug er Tag und Nacht bis zum Schloss. Wie er auf hundert Schritt nahe bis zum Schloss kam, da ward er nicht fest, sondern ging fort bis ans Tor. Joringel freute sich hoch, berührte die Pforte mit der Blume, und sie sprang auf. Er ging hinein, durch den Hof, horchte, wo er die vielen Vögel vernähme; endlich hörte er's. 
Er ging und fand den Saal, darauf war die Zauberin und fütterte die Vögel in den siebentausend Körben. Wie sie den Joringel sah, ward sie bös, sehr bös, schalt, spie Gift und Galle gegen ihn aus, aber sie konnte auf zwei Schritte nicht an ihn kommen. Er kehrte sich nicht an sie und ging, besah die Körbe mit den Vögeln; da waren aber viele hundert Nachtigallen, wie sollte er nun seine Jorinde wiederfinden? indem er so zusah, [merkte er,] dass die Alte heimlich ein Körbchen mit einem Vogel wegnahm und damit nach der Türe ging. Flugs sprang er hinzu, berührte das Körbchen mit der Blume und auch das alte Weib- nun konnte sie nichts mehr zaubern, und Jorinde stand da, hatte ihn um den Hals gefasst, so schön, wie sie ehemals war. Da machte er auch alle die andern Vögel wieder zu Jungfrauen, und da ging er mit seiner Jorinde nach Hause, und sie lebten lange vergnügt zusammen.

Quelle: Heinz Rölleke (Hrsg.): Kinder- und Hausmärchen gesammelt durch die Brüder Grimm. Vollständige Ausgabe auf der Grundlage der dritten Auflage (1837), Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag (2007)


Ein tolles Märchen!
Hat es euch gefallen? 

weihnachtliche Grüße!
Ann-Kathrin

21. Türchen


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 21. Dezember!.
Heute öffnet sich das 21. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.

Ich möchte euch heute gerne die Gebrüder Jakob und William Grimm vorstellen. Dank ihrer Märchensammlung konnte mein Buch überhaupt erst entstehen! 


Jakob (http://www.grimms.de/)
"Die Brüder Jacob (1785-1863) und Wilhelm (1786-1859) Grimm stammten aus einer hessischen Beamten- und Pastorenfamilie. Sie hatten drei Brüder und eine Schwester, mit denen sie in den Städtchen Hanau und Steinau aufwuchsen. Der Vater starb schon 1796, sodass Jacob bereits mit elf Jahren die Stellung des Familienoberhauptes einnehmen musste. Eine Tante, die in Kassel Hofdame der hessischen Kurfürstin war, unterstützte die Familie finanziell.
Nach dem Abitur in Kassel begannen beide Brüder in Marburg Jura zu studieren. Der Vater hatte es so bestimmt. Wilhelm schloss dieses Studium ab, Jacob nicht. In Marburg wirkte der Einfluss ihres Lehrers Professor Friedrich Carl von Savigny ab 1803 prägend auf beide Brüder - sowohl in Bezug auf ihr wissenschaftliches Arbeiten als auch durch die gesellschaftlichen Kontakte, die sich für die Grimms ergaben.
Die Brüder wurden in die Künstler- und Wissenschaftlergruppe aufgenommen, die heute als "Heidelberger Romantiker" bezeichnet werden. Zu ihnen zählten zu Beginn des 19. Jahrhunderts Clemens Brentano, Sophie Mereau, Achim von Arnim, Bettina Brentano, Caroline von Günderode und Joseph Görres. Sie waren die Wortführer der literarischen Romantik in Deutschland.
Im Januar 1803 erhielt Jacob Grimm von Savigny eine Einladung nach Paris. Er sollte ihm beim Quellenstudium behilflich sein. Beiden Brüdern war diese Trennung schon nach kurzer Zeit unerträglich. Sie beschlossen daraufhin, ihr Leben lang zusammen zu leben und zu arbeiten. Jacob schrieb am 12. Juli 1803: "Lieber Wilhelm, wir wollen uns einmal nie trennen, und gesetzt, man wollte einen anders wohin tun, so müßte der andere gleich aufsagen. Wir sind nun diese Gemeinschaft so gewohnt, daß mich schon das Vereinzeln zum Tode betrüben könnte."

William (http://www.grimms.de/)
Mit dem Zusammentragen von Volksbüchern und dem Studium der Pariser Minnesängerhandschrift durch Jacob Grimm begann das Jahrzehnt der Sammlungen der Brüder. Dies war in den Jahren 1805 bis 1815. Gemeinsam mit Achim von Arnim und Clemens Brentano arbeiteten sie 1807 an einer der zentralen literarischen Veröffentlichungen der Romantik: "Des Knaben Wunderhorn".
Ab 1807 begannen sie Märchen zu sammeln und aus mündlicher Überlieferung aufzuzeichnen. 1812 erschien der erste Band ihrer "Kinder- und Hausmärchen". 1815 folgte der zweite Band. Besonderen Anteil an den Sammlungen hatte die hessische Bäuerin Dorothea Viehmann. Sie stammte aus einer hugenottischen Familie konnte und aus ihrem Gedächtnis mehr als 40, zu einem großen Teil französische Märchen exakt wiedergeben.
Beide Brüder rechneten nicht mit einem wirtschaftlichen Erfolg ihrer Märchensammlung. Sie sahen ihre Arbeit vielmehr als Dienst am deutschen Kulturerbe. In diesen ersten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts veröffentlichen sie außerdem mehrere altdeutsche Sagen und Gedichte.

Zwischen 1808 und 1815 war Jacob Grimm für wechselnde Regierungen in Westfalen tätig - unter anderem für König Jérome Bonaparte, den Bruder Napoléons, und für das preußische Außenministerium. Von 1816 bis 1829 arbeiteten beide Brüder als Bibliothekare in Kassel. Diese Jahre waren Jacob Grimm zufolge die "ruhigste, arbeitsamste und vielleicht auch fruchtbarste Zeit" ihres Lebens. Aus dieser Position heraus veröffentlichten sie 1819 den ersten Band der "Deutschen Grammatik". Das "Grimm'sche Wörterbuch" ist bis heute ein Standardwerk in der Germanistik.
Wegen jahrelanger Spannungen mit dem hessischen Kurfürsten wechselten die Grimms 1830 zur Universität Göttingen. Dort bekleideten sie Bibliothekars- und Professorenstellen. Ab 1837 engagierte sich der liberal gesonnene Jacob Grimm politisch, was zu seiner Entlassung als Professor führte. 1840 wurden beide Brüder vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. als Mitglieder der "Akademie der Wissenschaften" mit einem Sondergehalt nach Berlin berufen. Dadurch kamen die Grimms in eine gehobene und gut bezahlte Position, die ihnen aber politische Zurückhaltung abverlangte. 1848 zog Jacob Grimm als Abgeordneter des Rheinpreußischen Bezirks Essen-Mühlheim in die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche ein.

Wilhelm Grimm starb im Dezember 1859, zwei Monate vor seinem 74. Geburtstag. Jacob starb vier Jahre später in Berlin. Dort sind beide Brüder begraben. Wie verabredet, haben sie ihr ganzes Leben zusammen gearbeitet und gelebt. Als die Schwester Lotte heiratete und den Haushalt der beiden nicht mehr führen konnte, nahm Wilhelm Grimm seine frühere Nachbarin Henrietta Dorothea Wild, eine Apothekerstochter, zur Frau. Diese Heirat sicherte das gewohnte Zusammenleben der Brüder bis zu ihrem Tod."

HIER  kann man sich originale Märchenbände der Gebrüder Grimm online anschauen!

http://www.grimms.de/
"Die "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm und ihre schriftlichen und mündlichen Quellen
"Es war vielleicht gerade Zeit, diese Märchen festzuhalten, da diejenigen, die sie bewahren sollen, immer seltner werden ...", - heißt es 1812 in der Vorrede zu den Märchen der Brüder Grimm. Über zweihundert Texte haben Jacob und Wilhelm Grimm schließlich zusammengetragen, wobei sie - vornehmlich in und von Kassel aus - sowohl aus mündlicher Überlieferung als aus schriftlichen Quellen geschöpft haben.
Die Brüder Grimm sind weder sagen- und märchensammlend über Land gezogen. Auch ist der Anteil der "einfachen Leute" an ihren Märchen und Sagen eher gering. Vielmehr wurden sie von über fünfzig Märchenbeiträgerinnen und Märchenbeiträgern vor allem aus Hessen und Westfalen unterstützt, die - wie sie selbst - vornehmlich aus den gebildeten Schichten der Gesellschaft stammten und zumeist auch jüngeren Alters waren.

Die Märchen sind vielmehr, wie die Brüder Grimm später formulierten, "überall zu Hause", bei allen Völkern und in allen Ländern. Über ihren Ursprung und das Verhältnis zwischen "Natur- und Kunstpoesie" in ihrer Überlieferung diskutiert die Märchenforschung bis heute, ohne daß eine befriedigende Lösung dieser Frage gefunden wäre."


Alle, die sich gerne mal die Märchen in Ruhe durchlesen wollen, können diese für ihren Ebook Reader HIER umsonst herunterladen!


Ich hoffe, dass euch der kleine Einblick gut gefallen hat :)
Weihnachtliche Grüße!
Jetzt geht es in den ENDSPURT!
(und ich muss noch Geschenke einpacken!)

Ann-Kathrin

20. Türchen


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 20. Dezember!.
Heute öffnet sich das 20. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.

Heute möchte ich euch etwas ganz anderes vorstellen und zwar ein Bild von mir zu meiner Protagonistin Alex!




Nun habe ich ein Anliegen an euch!

Und zwar wollte ich Fragen, ob ihr Interesse daran hättet, wenn ich davon Postkarten machen lasse? Dann würde ich es noch einmal bearbeiten.
Wenn genügend Interesse besteht, würde ich dieses Bild als Postkarte drucken lassen und u.a. als Preis zum Gewinnspiel hinzufügen :)

Hinterlasst mir einfach hier oder bei Facebook einen Kommentar dazu!

Lg
Ann-Kathrin

19. Türchen


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 19. Dezember!.
Heute öffnet sich das 19. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.

Heute stelle ich euch das Märchen Dornröschen vor. Ein Märchen, das ich schon immer sehr mochte!


Vor Zeiten war ...
ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: "Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!" und kriegten immer keins. Da trug sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, dass ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: 

"Dein Wunsch wird erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen."

Was der Frosch gesagt hatte, das geschah, und die Königin gebar ein Mädchen, das war so schön, dass der König vor Freude sich nicht zu lassen wusste und ein großes Fest anstellte. Er ladete nicht bloß seine Verwandte, Freunde und Bekannte, sondern auch die weisen Frauen dazu ein, damit sie dem Kind hold und gewogen wären. Es waren ihrer dreizehn in seinem Reiche, weil er aber nur zwölf goldene Teller hatte, von welchen sie essen sollten, so musste eine von ihnen daheim bleiben.

Das Fest ward mit aller Pracht gefeiert, und als es zu Ende war, beschenkten die weisen Frauen das Kind mit ihren Wundergaben: 
die eine mit Tugend, die andere mit Schönheit, die dritte mit Reichtum, und so mit allem, was auf der Welt zu wünschen ist. Als elfe ihre Sprüche eben getan hatten, trat plötzlich die dreizehnte herein. Sie wollte sich dafür rächen, dass sie nicht eingeladen war, und ohne jemand zu grüßen oder nur anzusehen, rief sie mit lauter Stimme: 

"Die Königstochter soll sich in ihrem fünfzehnten Jahr an einer Spindel stechen und tot hinfallen." Und ohne ein Wort weiter zu sprechen, kehrte sie sich um und verließ den Saal. Alle waren erschrocken, da trat die zwölfte hervor, die ihren Wunsch noch übrig hatte, und weil sie den bösen Spruch nicht aufheben, sondern nur ihn mildern konnte, so sagte sie: "Es soll aber kein Tod sein, sondern ein hundertjähriger tiefer Schlaf, in welchen die Königstochter fällt."

Der König, der sein liebes Kind vor dem Unglück gern bewahren wollte, ließ den Befehl ausgehen, dass alle Spindeln im ganzen Königreiche vebrannt werden. An dem Mädchen aber wurden die Gaben der weisen Frauen sämtlich erfüllt, denn es war so schön, sittsam, freundlich und verständig, dass es jedermann, er es ansah, lieb haben musste. Es geschah, dass an dem Tage, wo es gerade fünfzehn Jahr alt ward, der König und die Königin nicht zu Haus waren, und das Mädchen ganz allein im Schloss zurückblieb. Da ging es allerorten herum, besah Stuben und Kammern, wie es Lust hatte, und kam endlich auch an einen alten Turm. Es stieg die enge Wendeltreppe hinauf, und gelangte zu einer kleinen Türe. In dem Schloss steckte ein verrosteter Schlüssel, und als es umdrehte, sprang die Türe auf, und saß da in einem kleinen Stübchen eine alte Frau mit einer Spindel und spann emsig ihren Flachs. 

"Guten Tag, du altes Mütterchen," sprach die Königstochter, "was machst du da?" - "Ich spinne," sagte die Alte und nickte mit dem Kopf ."Was ist das für ein Ding, das so lustig herumspringt?" sprach das Mädchen, nahm die Spindel und wollte auch spinnen. Kaum hatte sie aber die Spindel angerührt, so ging der Zauberspruch in Erfüllung, und sie stach sich damit in den Finger. In dem Augenblick aber, wo sie den Stich empfand, fiel sie auf das Bett nieder das da stand, und lag in einem tiefen Schlaf. 

Und dieser Schlaf verbreite sich über das ganze Schloss: der König und die Königin, die eben heimgekommen waren und in den Saal getreten waren, fingen an einzuschlafen und der ganze Hofstaat mit ihnen. Da schliefen auch die Pferde im Stall, die Hunde im Hofe, die Tauben auf dem Dache, die Fliegen an der Wand, ja, das Feuer, das auf dem Herde flackerte, ward still und schlief ein, und der Braten hörte auf zu brutzeln, und der Koch, der den Küchenjungen, weil er etwas versehen hatte, in den Haaren ziehen wollte, ließ ihn los und schlief. Und der Wind legt sich, und auf den Bäumen vor dem Schloss regte sich kein Blättchen mehr. Rings um das Schloss aber begann eine Dornenhecke zu wachsen, die jedes Jahr höher ward, und endlich das ganze Schloss umzog und darüber hinauswuchs, dass gar nichts davon zu sehen war, selbst nicht die Fahne auf den Dach.

Es ging aber die Sage in dem Land von dem schönen schlafenden Dornröschen, denn so ward die Königstochter genannt, also dass von Zeit zu Zeit Königssöhne kamen und durch die Hecke in das Schloss dringen wollten. Es war ihnen aber nicht möglich, denn die Dornen, als hätten sie Hände, hielten fest zusammen, und die Jünglinge blieben darin hängen, konnten sich nicht wieder losmachen und starben eines jämmerlichen Todes.

Nach langen Jahren kam wieder einmal ein Königssohn in das Land, und hörte, wie ein alter Mann von der Dornenhecke erzählte, es sollte ein Schloss dahinter stehen, in welchem eine wunderschöne Königstochter, Dornröschen genannt, schon seit hundert Jahren schliefe, und mit ihr der König und die Königin und der ganze Hofstaat. Er wusste auch von seinem Großvater, dass schon viele Königssöhne gekommen wären und versucht hätten, durch die Dornenhecke zu dringen, aber sie wären darin hängengeblieben und eines traurigen Todes gestorben. Da sprach der Jüngling: 
"Ich fürchte mich nicht, ich will hinaus und das schöne Dornröschen sehen." Der gute Alte mochte ihm abraten, wie er wollte, er hörte nicht auf seine Worte. Nun waren aber gerade die hundert Jahre verflossen, und der Tag war gekommen, wo Dornröschen wieder erwachen sollte. Als der Königssohn sich der Dornenhecke näherte, waren es lauter große schöne Blumen, die taten sich von selbst auseinander und ließen ihn unbeschädigt hindurch, und hinter ihm taten sie sich wieder als Hecke zusammen. Im Schlosshof sah er die Pferde und scheckigen Jagdhunde liegen und schlafen, auf dem Dach saßen die Tauben und hatten das Köpfchen unter den Flügel gesteckt. Und als er ins Haus kam, schliefen die Fliegen an der Wand, der Koch in der Küche hielt noch die Hand, als wollte er den Jungen anpacken, und die Magd saß vor dem schwarzen Huhn, das sollte gerupft werden.

Da ging er weiter und sah im Saale den ganzen Hofstaat liegen und schlafen, und oben bei dem Throne lag der König und die Königin. Da ging er noch weiter, und alles war so still, dass einer seinen Atem hören konnte, und endlich kam er zu dem Turm und öffnete die Türe zu der kleinen Stube, in welcher Dornröschen schlief. Da lag es und war so schön, dass er die Augen nicht abwenden konnte, und er bückte sich und gab ihm einen Kuss.

Wie er es mit dem Kuss berührt hatte, schlug Dornröschen die Augen auf, erwachte, und blickte ihn ganz freundlich an. Da gingen sie zusammen herab, und der König erwachte und die Königin und der ganze Hofstaat, und sahen einander mit großen Augen an. Und die Pferde im Hof standen auf und rüttelten sich; die Jagdhunde sprangen und wedelten; die Tauben auf dem Dache zogen das Köpfchen unterm Flügel hervor, sahen umher und flogen ins Feld; die Fliegen an den Wänden krochen weiter; das Feuer in der Küche erhob sich, flackerte und kochte das Essen; der Braten fing wieder an zu brutzeln; und der Koch gab dem Jungen eine Ohrfeige, dass er schrie; und die Magd rupfte das Huhn fertig. 

Und da wurde die Hochzeit des Königssohns mit dem Dornröschen in aller Pracht gefeiert, und sie lebten vergnügt bis an ihr Ende.

Quelle: Heinz Rölleke (Hrsg.): Kinder- und Hausmärchen gesammelt durch die Brüder Grimm. Vollständige Ausgabe auf der Grundlage der dritten Auflage (1837), Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag (2007)


Gefällt euch das Märchen genauso gut wie mir? 
Oder habt ihr ein anderes Lieblingsmärchen?

Lg
Ann-Kathrin

18. Türchen


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 18. Dezember!.
Heute öffnet sich das 18. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.



So, an diesem Tag möchte ich euch gerne ein paar Bilder zeigen, die ich als Inspiration beim Schreiben, Kreieren und Plotten gerne heranziehe!

Und HIER  habe ich diese traumhaften Bilder gefunden!










Hach, seid ihr auch grad am Träumen, so wie ich?
Habt ihr auch Inspirationsquellen?

Traumhafte Grüße
Ann-Kathrin

17. Türchen


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 17. Dezember!.
Heute öffnet sich das 17. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.



Ich bin ein großer Fan von Zitaten und deswegen habe ich euch heute erneut einige meiner liebsten aus dem Buch zusammen getragen. 

Vielleicht gefallen sie euch ja :)


„Alle siebenhundert Jahre, wenn die Sterne richtig stehen und die Natur uns gnädig ist, wird es eine Nachkommin geben, die reiner und mächtiger ist, als ihre Ahnin selbst.“

"Der Wolf dachte bei sich: ›das junge zarte Mädchen, das ist ein guter Bissen für dich: wie fängst dus an, daß du den kriegst?‹"
»Rotkäppchen«, Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm

"Als es Morgen war, erwachte Sneewittchen, und wie es die sieben Zwerge sah, erschrak es. Sie waren aber freundlich und fragten ›wie heißt du?‹ ›Ich heiße Sneewittchen‹, antwortete es."
»Sneewittchen«, Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm

"Nachdem sie das ganze Haus gesehen hatte, ging sie auch zu der verbotenen Türe, und öffnete sie. Wie erschrak sie aber, als sie hineintrat: da stand in der Mitte ein großes, blutiges Becken."

»Fitchers Vogel«, Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm


Ich bekomme von Zitaten nicht genug und ich hoffe sehr, dass euch auch diese gefallen!
Lg
Ann-Kathrin

16. Türchen


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 16. Dezember!.
Heute öffnet sich das 16. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.

Alex und Lilly sind genau wie ihre Macherin richtige Serien-Junkies *hüstel*
Deswegen wollte ich euch unbedingt mal ein paar der Lieblingsserien der beiden vorstellen!

SEX AND THE CITY


Die Serie umfasst 6 Staffeln und es gibt mittlerweile auch 2 Kinofilme dazu. Ich persönlich kenne die Serie und die Filme und gucke sie ganz gerne, auch wenn ich mich mit vielen Dingen nicht unbedingt identifizieren kann. Es ist auf jeden Fall eine Serie, die so manche Frauenherzen höher schlagen lässt :)

HIGHLANDER

Ich bin mit der Serie und den Filmen aufgewachsen und bin ein RIESEN Fan :D Unsterbliche, die durch die Jahrhunderte wandern und versuchen bis zum Letzten zu überleben. Ein erbitterter endloser Kampf. Was soll ich groß sagen, es kann nur einen geben!

BUFFY - IM BANN DER DÄMONEN

Yeah. Buffy zählt definitiv zu meinen liebsten Serien aus meiner Jugend und auch heute schaue ich sie noch gerne. Ein junges Mädchen, dass eigentlich ein normales Leben führen möchte, kämpft gegen Dämonen, Vampire und das Böse überhaupt. Eine starke Heldin, für die nicht Alex und Lilly Begeisterung zeigen!

SUPERNATURAL

Meine ABSOLUTE Lieblingsserie, die ich bestimmt alle drei Monate suchte. Auch Alex und Lilly haben eine große Schwäche für die beiden Winchester Brüder, die ihren Familienauftrag, gegen das Böse zu kämpfen und Unschuldige zu retten, nachgehen. Die beiden bekommen immer neue Aufträge und nichts geringeres als die Welt zu retten. Absolut genial!

TEEN WOLF

Sexy Werwölfe! Diese Serie haben Alex und Lilly ganz neu entdeckt und suchten sie zur Zeit durch! Aber ich meine, wer könnte es den beiden bei den sexy Werwölfen auch verübeln? Tolle und spannende Serie!


Sooo ... da ich ja von so vielen gefragt wurde, ob ich die Serie "Once Upon A Time" kennen würde, stelle ich sie heute auch noch mal vor. Ich persönlich habe sie noch nie gesehen, aber ich denke, dass Alex und Lilly sie sich demnächst anschauen werden. Schon allein aus Recherche Gründen :)

ONCE UPON A TIME
Ich finde, dass die Serie ganz vielversprechend aussieht :)


Das soll auch nur ein kleiner Einblick sein in die Serienwelt von Alex und Lilly. Habt ihr vielleicht auch noch irgendwelche heißen Tipps für die beiden?
Welche Serien sollten die beiden unbedingt noch schauen?



Euch weiterhin eine besinnliche Weihnachtszeit!
Bis morgen
Ann-Kathrin

15. Türchen


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 15. Dezember!.
Heute öffnet sich das 15. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.

Heute stelle ich euch das Märchen Fitchers Vogel vor. Auch ein tolles Märchen!

Es war einmal ... 
ein Hexenmeister, der nahm die Gestalt eines armen Mannes an, ging vor die Häuser und bettelte und fing die schönen Mädchen. Kein Mensch wusste, wo er sie hinbrachte, denn sie kamen nie wieder zum Vorschein. Nun trat er auch einmal vor die Türe eines Mannes, der drei schöne Töchter hatte, sah aus wie ein armer schwacher Bettler und trug eine Kötze auf dem Rücken, als wollte er milde Gaben darin sammeln. Er bat um ein bisschen Essen, und als die älteste herauskam und ihm ein Stück Brot reichen wollte, rührte er sie nur an, und sie musste in seine Kötze springen. Darauf eilte er mit starken Schritten fort und trug sie in einen finstern Wald zu seinem Haus, das mitten darin stand. In dem Haus war alles prächtig: er gab ihr, was sie nur wünschte und sprach: 

"Mein Schatz, es wird dir wohl gefallen bei mir, denn du hast alles, was dein Herz begehrt." 

Das dauerte ein paar Tage, da sagte er: "Ich muss fortreisen und dich eine kurze Zeit allein lassen, da sind die Hausschlüssel: du kannst überall hingehen und alles betrachten, nur nicht in eine Stube, die dieser kleine Schlüssel da aufschließt, das verbiet ich dir bei Lebensstrafe." 
Auch gab er ihr ein Ei und sprach: "Das Ei verwahre mir sorgfältig und trag es lieber beständig bei dir, denn ginge es verloren, so würde ein großes Unglück daraus entstehen." Sie nahm die Schlüssel und das Ei, und versprach alles wohl auszurichten. Als er fort war, ging sie in dem Haus herum von unten bis oben und besah alles: die Stuben glänzten von Silber und Gold und sie meinte, sie hätte nie so große Pracht gesehen. Endlich kam sie auch zu der verbotenen Thür, sie wollte vorüber gehen, aber die Neugierde ließ ihr keine Ruhe. Sie besah den Schlüssel, er sah aus wie ein anderer, sie steckte ihn ein und drehte ein wenig, da sprang die Tür auf. Aber was erblickte sie, als sie hinein trat: 

ein großes blutiges Becken stand in der Mitte, und darin lagen tote zerhauene Menschen: daneben stand ein Holzblock und ein blinkendes Beil lag darauf. Sie erschrak so sehr, dass das Ei, das sie in der Hand hielt, hineinplumpte. Sie holte es wieder heraus und wischte das Blut ab, aber vergeblich, es kam den Augenblick wieder zum Vorschein, sie wischte und schabte, aber sie konnte es nicht herunterkriegen.

Nicht lange, so kam der Mann von der Reise zurück, und das erste, was er forderte, war der Schlüssel und das Ei. Sie reichte es ihm hin, aber sie zitterte dabei, und er sah gleich an den roten Flecken, dass sie in der Blutkammer gewesen war. "Bist du gegen meinen Willen in die Kammer gegangen," sprach er, "so sollst du jetzt gegen deinen Willen wieder hinein. Dein Leben ist zu Ende." Er warf sie nieder, schleifte sie an den Haaren hin, schlug ihr das Haupt auf dem Block ab und zerhackte sie, dass ihr rotes Blut auf dem Boden dahin floss. Dann warf er sie zu den übrigen ins Becken.

"Jetzt will ich mir die zweite holen," sprach der Hexenmeister, ging wieder in Gestalt eines armen Mannes vor das Haus und bettelte. Da brachte ihm die Zweite ein Stück Brot, und er fing sie wie die erste durch ein bloßes Anrühren und trug sie fort. Es erging ihr nicht besser als ihrer Schwester, sie ließ sich von ihrer Neugierde verleiten, öffnete die Blutkammer und musste es bei seiner Rückkehr mit dem Leben büßen. Er ging nun und holte die dritte. Die aber war klug und listig. Als er ihr Schlüssel und Ei gegeben hatte und fortgereist war, verwahrte sie das Ei erst sorgfältig, dann besah sie das Haus und ging zuletzt in die verbotene Kammer. Ach, was erblickte sie! ihre beiden lieben Schwestern lagen, jämmerlich ermordet, in dem Becken. Aber sie hub an und suchte die Glieder zusammen und legte sie zurecht, Kopf, Leib, Arm und Beine. Und als nichts mehr fehlte, da fiengen die Glieder an sich zu regen und schlossen sich aneinander: und beide Mädchen öffneten die Augen und waren wieder lebendig. Wie freueten sie sich, küssten und herzten einander! Dann führte sie die beiden heraus und versteckte sie. Der Mann forderte bei seiner Ankunft Schlüssel und Ei und als er keine Spur von Blut daran entdecken konnte, sprach er: "Du hast die Probe bestanden, du sollst meine Braut sein." Er hatte aber jetzt keine Macht mehr über sie und musste tun, was sie verlangte. "Wohlan," antwortete sie, "du sollst vorher einen Korb voll Gold meinem Vater und meiner Mutter bringen und selbst auf deinem Rücken hintragen, dieweil will ich die Hochzeit hier bestellen." Darauf ging sie in ihr Kämmerlein, wo sie ihre Schwestern versteckt hatte. "Jetzt," sprach sie, "ist der Augenblick gekommen, wo ich euch retten kann, der Bösewicht soll euch selbst wieder heimtragen: aber sobald ihr zu Hause seid, lasst mir Hilfe zukommen." Dann setzte sie beide in einen Korb und deckte sie mit Gold ganz zu, dass nichts von ihnen zu sehen war, und rief den Hexenmeister herein und sprach: 

"Nun trag den Korb fort, aber dass du mir unterwegs nicht stehen bleibst und ruhest, ich schaue durch mein Fensterlein und habe acht."

Der Hexenmeister hob den Korb auf seinen Rücken und ging damit fort, er ward ihm aber so schwer, dass ihm der Schweiß über das Angesicht lief und er fürchtete totgedrückt zu werden. Da setzte er sich nieder und wollte ein wenig ruhen, aber gleich rief eine im Korbe: "Ich schaue durch mein Fensterlein und sehe, dass du ruhst, willst du weiter." Er meinte, die Braut rief ihm das zu und machte sich wieder auf. Nochmals wollte er sich setzen, da rief es abermals "ich schaue durch mein Fensterlein und sehe, dass du ruhst, willst du gleich weiter." Und so oft er stillstand, rief es, und da musste er fort, bis er endlich ganz außer Atem den Korb mit dem Gold und den beiden Mädchen in ihrer Eltern Haus brachte.

Daheim aber ordnete die Braut das Hochzeitsfest an. Sie nahm einen Totenkopf mit grinsenden Zähnen und setzte ihm einen Schmuck auf und trug ihn oben vors Bodenloch und ließihn da herausschauen. Dann ladete sie die Freunde des Hexenmeisters zum Fest ein, und wie das geschehen war, steckte sie sich in ein Fass mit Honig, schnitt das Bett auf und wälzte sich darin, dass sie aussah wie ein wunderlicher Vogel und kein Mensch sie erkennen konnte. Da ging sie zum Haus hinaus, und unterwegs begegnete ihr ein Theil der Hochzeitsgäste, die fragten:

    "Du Fitchers Vogel, wo kommst du her?"
    "Ich komme von Fitze Fitchers Hause her."
    "Was macht denn da die junge Braut?"
    "Hat gekehrt von unten bis oben das Haus
    und guckt zum Bodenloch heraus."

Endlich begegnete ihr der Bräutigam, der langsam zurückwanderte. Er fragte wie die andern:

    "Du Fitchers Vogel, wo kommst du her?"
    "Ich komme von Fitze Fitchers Hause her."
    "Was macht denn da meine junge Braut?"
    "Hat gekehrt von unten bis oben das Haus
    und guckt zum Bodenloch heraus."

Der Bräutigam schaute hinauf und sah den geputzten Todtenkopf: da meinte er, es wäre seine Braut und nickte ihr zu und grüßte sie freundlich. Wie er aber sammt seinen Gästen ins Haus gegangen war, da kam die Hilfe von den Schwestern an. Sie schlossen alle Thüren des Hauses zu, dass niemand entfliehen konnte, und steckten es an, dass der Hexenmeister mitsamt seinem Gesindel verbrannte.

Quelle: Heinz Rölleke (Hrsg.): Kinder- und Hausmärchen gesammelt durch die Brüder Grimm. Vollständige Ausgabe auf der Grundlage der dritten Auflage (1837), Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag (2007)


Ein tolles Märchen!
Hat es euch gefallen? 

Lg
Ann-Kathrin

14. Türchen


Hallöchen und herzlich WILLKOMMEN am 14. Dezember !.
Heute öffnet sich das 14. Türchen meines Adventskalender-Gewinnspiels.

Ich bin ein großer Fan von Zitaten und deswegen habe ich euch heute einige meiner liebsten aus dem Buch zusammen getragen. 

Vielleicht gefallen sie euch ja :)


»Und er sprach zu seinen Räten ›ich will meine Tochter heiraten, denn sie ist das Ebenbild meiner verstorbenen Frau‹.«
»Allerleirauh«, Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm

 »Die Zwerglein, wie sie abends nach Hause kamen, fanden Sneewittchen auf der Erde liegen, und regte sich kein Atem mehr, und es war tot.«
»Sneewittchen«, Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm

 »Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?«

»Schneewittchen«, Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm


Okay, noch 10 Tage bis Weihnachten :) Wie schön!

Gibt es eigentlich Lieblingszitate eurerseits aus "Zwischen Schnee und Ebenholz"?

Lg
Ann-Kathrin